Bei der Transformation der Arbeitswelt spielt KI eine immer größere Rolle. Was betrifft davon die Unternehmenskommunikation, und welche neuen Technologien sind bereits am Start? Worauf müssen sich Kommunikatoren in einer Berufswelt mit Bots, Redaktionsrobotern und Data-Driven PR einstellen? Beim aktuellen Webinar aus unserer Reihe „PR-Impuls“ sprach Kommunikationsexperte Dr. Armin Sieber über aktuelle KI-Trends in unserer Branche.
Automatisierungspotenzial gibt es in allen Stufen der Wertschöpfungskette: von der Themenplanung über die Content-Produktion und Distribution bis zum Monitoring und zur Prozess-Analyse. Auch myconvento spiegelt diese Entwicklung mit intelligenten Features und Workflows, die Rainer Maassen zu Beginn kurz vorstellte.
Als herausragenden Trend stellte Dr. Sieber die neue Technologie GPT 3 vor, die bei der automatischen Textgenerierung berücksichtigt wird. GPT 3 könne das Potenzial haben, automatisierte PR zu revolutionieren, wie er anhand eines aktuellen „Guardian“-Beitrags zeigte.
Sieber gibt jedoch auch klare Antworten, wie er die Grenzen von KI für die Zukunft der PR-Branche einschätzt:
– Wird KI die PR verändern? Definitiv!
– Werden PR-Redakteure wegrationalisiert? Nein!
– Und werden wir Bots als Pressesprecher sehen? Wozu soll das gut sein?
Robo-Redakteure sind sinnvoll für Serientexte mit hoher Stückzahl, ähnliche Inhalte und strukturierbaren Aufbau – also für Texte, die wesentlich aus Daten generierbar sind wie Wetterberichte, Pollenflug- oder Feinstaubradar, Finanzberichte und Sportberichterstattung. Einordnung komplexer Zusammenhänge, individuelle Beurteilung von Sachverhalten sowie Meinung ist und bleibt aber Sache der Persönlichkeit eines PR-Fachmanns, so Siebers Einschätzung.
Rein technologisch wird Text in Zukunft anders produziert: beispielsweise per Voice-to-Text, Gestensteuerung und auf Grundlage von „Halbfertig-Texten“, sogenannten „Pre-baked Texten“. Diese seien allerdings zu vergleichen mit Aufbackbrötchen: eine solide und nahrhaft Basis, aber eben auch nicht knackig, frisch und lebendig wie ein frischer Text.
KI werde in Zukunft in den strategischen Innovationsprozess integriert und erfordere eine agile Organisation der Kommunikation. Spielerisch würden neue Kommunikationsformen erprobt, mit KI-Technologien experimentiert, um Kompetenzen auszubauen und PR erkenntnisgetrieben neu aufzusetzen. KI werde also als Hilfsmittel nicht wegzudenken sein – aber eben auch kein Ersatz für menschlichen Esprit und Beurteilungsvermögen, so Siebers Fazit.
Offenheit für neue Formate zeigte die PR-Branche auch beim zweiten PR-Impuls: mit über 150 Anmeldungen an zwei Tagen erfreute sich unser neues digitales PR-Branchenevent großer Beliebtheit. Statements und Fragen kamen zunächst zögerlich, dann doch immer forscher. Weiterhin gilt: ein solches Webinar ist kein Ersatz für Diskussion und echtes Networking, bedeutet aber frischen Input und Inspiration in kargen Event-Zeiten. Vielen Dank an Dr. Armin Sieber!
