KI ermöglicht eine Vielzahl von Produktiv-Werkzeugen. PR, aber auch Journalismus profitieren von Sentiment Analyse, Micro-Targeting, Social Media Monitoring, automatisierter Content-Generierung und ‑Clustering.
Wichtig, so Referent Reinhard Karger, Unternehmenssprecher des DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz), ist aber die Herausarbeitung des Werkzeugcharakters der aktuellen und zukünftig erwartbaren KI-Systeme. Anbietende sollten Overpromising, Nutzende sollten Overtrust vermeiden, sondern KI-Informiertheit aufbauen, neugierig sein und gesellschaftliche Verantwortung verbinden mit einer aufgeklärten Wissenschafts- und Diskurskultur.
Seine Präsentation beim Convento PR-Impuls begann Reinhard Karger zunächst mit der Definition von KI: KI ist die Digitalisierung menschlicher Wissensfähigkeiten. KI ermöglicht, dass Maschinen Leistungen erbringen, für die man traditionell menschliche Intelligenz vorausgesetzt hat, um Denkwerkzeuge als physische und kognitive Verstärker für Menschen zu realisieren. Er präsentierte diverse KI-Technologien mit starkem Anwendungspotential und wandte sich beispielhaft der Industrie 4.0 zu, um die Kollaboration mit „Human Robots“ zu demonstrieren.
Insgesamt warnte Karger vor zu großen Erwartungen, denn „für ein gutes Essen sei immer noch der Koch verantwortlich, nicht der Herd“. Manche Entwicklungen seien langsamer vorangeschritten als erwartet (Teslas Selbstfahrer-Prognosen), andere dagegen schneller, wie beispielsweise die maschinelle Übersetzung mittels „DeepL“, die Karger sehr lobte und zum Ausprobieren empfahl (kostenlos bis 5000 Zeichen). Auch in der automatisierten Objekterkennung habe es in den vergangenen 10 Jahren große Fortschritte gegeben, wie jedes Handy demonstriere und was sich beispielsweise die PR zunutze machen könne (Auffindbarkeit von Begriffen auch in Kombination mit Logos im Internet). Garniert wurde der Vortrag mit Literaturempfehlungen:
– David Deutsch: „Der Anfang der Unendlichkeit: Erklärungen, die die Welt verwandeln“
– Gerd Gigerenzer: „Klick – Wie wir in einer digitalen Welt die Kontrolle behalten und die richtigen Entscheidungen treffen“.
Empfohlen wurde auch der jährliche „Artificial Intelligence Index Report“ der Stanford University für alle, die einen aktuellen Entwicklungsstatus in Sachen KI abfragen möchten.
Reinhard Kargers Tipp: Nicht von Hype-Schlagzeilen zu KI hypnotisieren lassen, aber jedes kostenfreie KI-Angebot nutzen! KI als disruptives Werkzeug für disruptive Ergebnisse nutzen – aber überlegt und ohne Disruption für die Belegschaft.
Appell zum Schluss: Bleiben Sie interessiert, denn Neugier ist die kleine Schwester der guten Idee!
Im Anschluss demonstrierte unser Geschäftsführer Rainer Maassen, wie sich in unserem „Media Intelligence“ Tool innerhalb von myconvento mit Machine Learning Online-Medien durchsuchen lassen, um Themenfelder einzugrenzen, den Markt zu beobachten und maßgeschneiderte Medien und Autoren ausfindig zu machen.
REINHARD KARGER
Reinhard Karger (1961), M.A., studierte theoretische Linguistik und Philosophie in Wuppertal, war Assistent am Lehrstuhl Computerlinguistik der Universität des Saarlandes, wechselte 1993 zum Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI, in Saarbrücken. Seit 2011 ist er Unternehmenssprecher des DFKI. Er beschäftigt sich seit 35 Jahren mit theoretischer Linguistik und KI, mit Bewusstseinsphilosophie und digitaler Innovationskultur. Reinhard Karger war über zehn Jahre Jury-Mitglied des “Ausgezeichnete Orte”-Wettbewerbs, ist seit 2019 Botschafter von “Deutschland – Land der Ideen”, wurde 2020 in die Jury des Deutschen Mobilitätspreis berufen. Von 2014 bis 2017 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen (DGI). Seit 2017 ist er MINT-Botschafter des Saarlandes. 2018 wurde er zu einem der 100 Fellows des Kompetenzzentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes ernannt. Er ist Juror der Wettbewerbe Kreativsonar (Land) und Kreativpiloten (Bund).
ÜBER DAS DEUTSCHE FORSCHUNGSZENTRUM FÜR KÜNSTLICHE INTELLIGENZ (DFKI)
Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) wurde 1988 als gemeinnützige Public-Private-Partnership (PPP) gegründet. Es unterhält Standorte in Kaiserslautern, Saarbrücken, Bremen, ein Projektbüro in Berlin, ein Labor in Niedersachsen und Außenstellen in Lübeck und Trier. Das DFKI verbindet wissenschaftliche Spitzenleistung und wirtschaftsnahe Wertschöpfung mit gesellschaftlicher Wertschätzung. Das DFKI forscht seit über 30 Jahren an KI für den Menschen und orientiert sich an gesellschaftlicher Relevanz und wissenschaftlicher Exzellenz in den entscheidenden zukunftsorientierten Forschungs- und Anwendungsgebieten der Künstlichen Intelligenz. In der internationalen Wissenschaftswelt zählt das DFKI zu den wichtigsten „Centers of Excellence“. Aktuell forschen ca. 1.250 Mitarbeitende aus über 65 Nationen an innovativen Software-Lösungen. Das Finanzvolumen lag 2020 bei 64,6 Millionen Euro.
